Information

Zahlen, Fakten, Daten

  • Alkohol entsteht, wenn Kohlenhydrate (Stärke) vergären; so stellt man z.B. Wein, Bier oder Most her. Hochprozentiger Alkohol wird durch Destillation gewonnen. Dabei verdunstet der Alkohol und wird durch ein gekühltes Röhrensystem wieder aufgefangen ("Schnaps brennen").
  • Pro Kopf und Jahr trinken die Österreicher rund 13 Liter reinen Alkohol, das entspricht etwa 512 Halbe Bier. Alkoholabhängige und Missbraucher konsumieren zwei Drittel der Gesamtmenge.
  • Zwei Drittel der OÖ Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren trinken mindestens ein Mal pro Woche Alkohol. Fast 5 Prozent der Burschen zwischen 15 und 19 Jahren trinken täglich.
  • 5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind alkoholabhängig; das sind in Österreich rund 340.000 Menschen. Drei Viertel der Abhängigen sind Männer, der Anteil der Frauen steigt aber.
  • 13,3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind Alkoholmissbraucher. Sie trinken so viel Alkohol, dass sie ihrer Gesundheit schaden, sind aber (noch) nicht abhängig.

Alkohol & Wirkung

Alkohol wirkt auf das zentrale Nervensystem und verändert daher Wahrnehmung, Denken und Stimmung. Wie du auf Alkohol reagierst, hängt von der Trinkmenge ab, von deiner körperlichen Verfassung und davon, wie du gerade drauf bist. Je geringer dein Körpergewicht, desto weniger verträgst du. Wenn du Alkohol nicht gewohnt bist, bekommst du früher einen Rausch. Das gilt auch, wenn du nichts gegessen hast. Außerdem wirkt Alkohol bei Jugendlichen und bei Frauen stärker. Auch auf die Stimmung beim Trinken kommt es an: Bist du gereizt oder traurig, kann es sein, dass du dich hinterher noch schlechter fühlst.

Typische Wirkungen von Alkohol, die je nach Trinkmenge und Person unterschiedlich ausgeprägt sind:

  • Entspannung und Enthemmung
  • Selbstüberschätzung und erhöhte Risikobereitschaft
  • Leichtere Reizbarkeit, stärkerer Redefluss
  • Verminderte Konzentrations-, Reaktions- und Sehfähigkeit
  • Unsicheres Gehen und Stehen, Sprachstörungen
  • Ab etwa 3 Promille: flache Atmung, Übergang ins Koma, Atemlähmung und Tod

Der Körper baut rund 0,1 Promille in der Stunde ab. Es gibt keine Möglichkeit, das Ausnüchtern zu beschleunigen, auch nicht durch Essen, Schlafen oder Kaffee trinken.

Risiko Alkoholmissbrauch

Bei einer Lokaltour und einer Party gehört für viele Jugendliche Alkohol einfach dazu. Je mehr du über mögliche Risiken Bescheid weißt, desto besser - vor allem, wenn du schnell und viel trinkst.

  • Die Körper von Jugendlichen entwickeln sich noch, daher sind sie viel empfindlicher gegenüber Alkohol und möglichen Schäden als jene von Erwachsenen.
  • Du hast ein erhöhtes Unfallrisiko (Sturzgefahr, Autounfall), auch bei geringen Mengen Alkohol.
  • Da Alkohol aggressiver und gewaltbereiter macht, kannst du leichter in Streitereien und Schlägereien hineingezogen werden.
  • Schüttest du innerhalb kurzer Zeit große Alkoholmengen in dich hinein, kann das zu einer Vergiftung führen. Du kannst das Bewusstsein verlieren und im Krankenhaus landen. Pro Jahr sterben etwa 100 ÖsterreicherInnen an einer Alkoholvergiftung.
  • Trinkst du mehrere Sorten Alkohol durcheinander, bist du nicht nur schneller betrunken, dir wird auch leichter schlecht.
  • Mischkonsum: Nimmst du Alkohol gleichzeitig mit anderen Substanzen zu dir (z.B. Medikamente, illegale Drogen) riskierst Du leichter eine Vergiftung. Die Wechselwirkungen lassen sich nämlich schwer abschätzen.
  • Trinkst du häufig große Mengen, sind körperliche Schäden möglich, z.B. an Leber oder im Verdauungsbereich. Außerdem sterben bei jedem Rausch Gehirnzellen ab, die sich nicht mehr nachbilden.
  • Schwangerschaft: Alkohol schädigt das ungeborene Kind. Es kann zu Missbildungen und Verzögerungen in der Entwicklung kommen.
  • Alkoholische Mix-Getränke aus Limonade und Schnaps/Rum - in ihren bunten, trendigen Flaschen auch "Alkopops" genannt - können heimtückisch sein. Durch Kohlensäure und hohen Zuckergehalt wird man leichter betrunken, außerdem überdeckt der Zucker den Alkoholgeschmack. Vor allem Jugendliche, denen Bier und Wein oft noch nicht schmeckt, gewöhnen sich so rasch an Alkohol - ein gutes Geschäft für die Hersteller, aber schlecht für deine Gesundheit.

Risiko Sucht

Vielen Menschen gelingt es nicht mehr, Alkohol einfach zu genießen: Sie sind abhängig und müssen jeden Tag große Mengen trinken. Der Alkohol führt bei ihnen oft zu Organschäden, z.B. an Leber und im Verdauungsbereich; sie haben ein erhöhtes Krebs- und Herzinfarkt-Risiko und leiden häufig unter Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen. AlkoholikerInnen verlieren häufig ihren Job und geraten in familiäre Krisen, weil sie keine Verantwortung mehr übernehmen können. Sie sterben in der Regel 15 bis 25 früher als Nicht-Alkoholiker. Die Grenzen zwischen Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht sind fließend; eine Abhängigkeit entsteht in einem länger dauernden Prozess.

Merkmale für Alkoholabhängigkeit:

  • Du leidest an körperlichen und seelischen Entzugserscheinungen, wenn Du nicht trinken kannst (extremes Verlangen nach Alkohol, Nervosität, innere Unruhe, Zittern, Schweißausbrüche)
  • Du brauchst Alkohol, um mit Problemen, Langeweile….etc. fertig zu werden
  • Du brauchst immer mehr Alkohol, um die gleiche Wirkung wie früher zu erzielen ("Toleranzentwicklung").
  • Du verlierst häufig die Kontrolle und trinkst mehr, also du ursprünglich vorhattest.
  • Du kannst nicht mit dem Trinken aufhören, obwohl die negativen Folgen offensichtlich sind (z.B. Probleme in Job, Schule und Familie; gesundheitliche Schäden).

Kids/partents

Kinder und Jugendliche mit alkoholabhängigen Eltern

Jedes 10. Kind hat zumindest einen alkoholabhängigen Elternteil. Solche Kinder haben ein höheres Risiko, später selbst abhängig zu werden. Außerdem greifen sie häufiger zu Zigaretten und illegalen Drogen. Betroffene Kinder und Jugendliche sind oft verzweifelt, haben Angst oder schämen sich; denn ihr Vater/ihre Mutter hat ständig Stimmungsschwankungen, hält keine Versprechungen ein und wird manchen Fällen sogar gewalttätig.

Gibt es in deiner Familie ein Problem mit Alkohol oder hast du betroffene Freunde? Hier sind ein paar Hinweise:

  • Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, die professionelle Behandlung braucht. Familienmitglieder oder Freunde können alkoholabhängige Menschen nicht heilen.
  • Egal, warum dein Vater/deine Mutter trinkt: Du bist ganz sicher nicht Schuld daran.
  • Du bist nicht allein, viele Jugendliche haben ähnliche Probleme mit ihren Eltern.
  • Nimm einem alkoholabhängigen Menschen nichts ab, was er selbst tun muss (z.B. Erledigungen machen, Ausreden erfinden, leere Flaschen wegräumen…etc.). Das hindert ihn nur daran, selbst die Verantwortung zu übernehmen!
  • Gehe weiterhin deinen Hobbys und Interessen nach und triff deine FreundInnen. Lass' dir das, was dir Spaß macht, von niemandem verderben oder wegnehmen.
  • Hole Dir Hilfe. Es gibt zahlreiche Beratungseinrichtungen für Alkoholabhängige und ihre Familien. Erfahrene Berater bieten anonym und kostenlos Unterstützung.
  • Hinterfrage kritisch deinen eigenen Alkoholkonsum.

Infos über Beratungseinrichtungen findest du unter www.1-2-free.at ("help"). Auf dieser Homepage gibt es auch den Onsysos-Chat, in dem Kinder alkoholkranker Eltern ihre Erfahrungen austauschen können.

Jugendschutz

Das Thema "Jugend und Alkohol" wird in Jugendschutzgesetzen behandelt, die in jedem Bundesland etwas anders sind. Überall gleich sind jedoch folgende Bestimmungen:

  • Bis zu deinem 16. Geburtstag darfst du Alkohol weder erwerben noch konsumieren. Das gilt übrigens auch für Zigaretten.
  • Bis zu deinem 18. Geburtstag ist der übermäßige Alkoholkonsum verboten. Für Jugendliche unter 18. Jahren ist es außerdem verboten Hochprozentige Alkoholika zu trinken - auch wenn diese mit anderen Getränken gemischt werden.

Straßenverkehr

Rund 6,5 Prozent der Verkehrsunfälle passieren unter Alkoholeinfluss. 43 Prozent der Unfallbeteiligten sind unter 30 Jahre alt, fast alle sind junge Männer. Wer etwas getrunken hat, schätzt Gefahren schlechter ein und neigt schneller zu Leichtsinn und Verantwortungslosigkeit.

Wichtige gesetzliche Bestimmungen:

  • Wenn du ein Fahrzeug lenkst, gilt ein höchst zulässiger Blut-Alkoholwert von 0,5 Promille. Führerscheinneulinge dürfen während der ersten beiden Jahre gar nichts Alkoholisches trinken ("Probeführerschein").
  • Wenn du mit jemandem im Auto mitfährst, der erkennbar betrunken ist und du bei einem Unfall verletzt wirst, trifft dich Mitschuld.
  • Es ist immer verboten ein Fahrzeug zu lenken, wenn du irgendwie beeinträchtigt bist - ganz egal, wie viel du getrunken oder welche anderen Substanzen (Medikamente, illegale Drogen) du genommen hast.